Samstag, 2. Juni 2012

BODHISATTVAS 
MÜSSEN ZU POLITIKERN WERDEN

Interview mit Ken Wilber von Frank Visser 


Aus: TRANSPERSONALE PERSPEKTIVEN - Vol.5/98

Und dann, wenn man denn nun versuchen will, ein guter Philosoph zu sein, passiert es: Sobald man sich als Philosoph erlaubt, tatsächlich ein paar triftige Schlüsse zu ziehen - über das Wesen von Wirklichkeit, die Natur des Menschen, des Geistes, des Guten, Wahren und Schönen - dann wird man sehr schnell feststellen, dass mit zwingender Notwendigkeit versucht werden muss, die Gesellschaft zu einem Ort zu machen, an dem eine größtmögliche Anzahl von Menschen die Möglichkeit haben, das Gute und das Wahre und das Schöne anzustreben.

Das wird dann zu einem brennenden kategorischen Imperativ, der sich mit seiner unerbittlichen moralischen Forderung in die Seele hineinfrisst.

Und schon befindet man sich, als moderner Philosoph, im weiten Feld politischer Theorie. Man wird sich klar darüber, dass Bodhisattvas wohl oder übel zu Politikern werden müssen, so gruselig das zunächst auch klingen mag.

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