Artikel von Griet Hellinckx in den Integralen Perspektiven, Ausgabe 23, 12/2012
Vom 28. Juli bis 5. August 2012 fand in Vorarlberg der „Kongress
für Integrale Politik“ mit etwa 120 Teilnehmenden statt. Thema des Kongresses
war: „Wie wollen wir wirklich leben?“. Wer glauben möchte, dass sich bei solch
einem Treffen nur Menschen zusammenfinden, die alle ohnehin gleicher Meinung
sind, täuscht sich. Obwohl es sich um eine Gruppe handelte, die im Dienste des
Gemeinwohls Zeit, Geld und Kraft schenkte, um an dieser Tagung teilnehmen zu können, hätte es passieren können, dass die hehren
Ideale im Zusammensein unter den Tisch fallen, Frust und Ungeduld sich
breitmachen und die Schattenseiten im Miteinander wachsen.
Das Verständnis, was
integral bzw. integrale Politik sei, lässt sich nicht leicht auf einen Nenner
bringen. Eine mögliche Definition, die ich einem Artikel von Tom Atlee
entliehen habe, ist eine dynamische, in der es weniger um Inhalte, sondern
vielmehr um Prozesse geht: „Integrale Politik wäre eine Politik, die im
besonderen Maße fähig ist, unterschiedliche Elemente in eine sich entwickelnde
Kohärenz zu bringen, die der fortwährenden Vitalität einer Gemeinschaft dient.“

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